Im Jahre 1790...

…entschloss sich Reichsfreiherr Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen den ehemals repräsentativen, im architektonisch-niederländischen Stil gestalteten, inzwischen aber „wüst gewordenen“ Barockgarten mit seiner kleinteiligen Parzellierung in eine möglichst zusammenhängende, natürlich gestaltete Landschaft zu verwandeln. Er ließ neue ausländische Bäume und Gebüsch pflanzen, Kanäle und Teiche ausheben und mit dem Aushub Erhöhungen errichten. Später kamen Monumente und Staffagen hinzu, wodurch der Park allmählich, in Verbindung mit persönlichen Lebensereignissen, Ausdrucksträger von Knyphausens privaten Wertschätzungen und Empfindungen wurde. 

Deutlich wird dies durch Bauten wie die Steinpyramide zum Gedenken an seine Mutter und seine verstorbene erste Frau, den Freundschaftstempel, welchen er einem guten Freund widmete, sowie die Anlage der Carolineninsel mit dem Carolinendenkmal als Erinnerung an seine jung verstorbene Tochter.

Nach dem Tod Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen erfuhr der Park durch dessen Nachkommen kaum strukturelle Umgestaltungen. Allerdings veränderte er sich in seinem Charakter damals durch die umfangreiche Unterpflanzung mit Rhododendren und später auch Azaleen, deren spektakuläre Blütenpracht den auf stille Besinnung gestimmten Garten in einen farbenprächtigen Festraum verwandeln. Der Park wurde als geschichtsträchtiges Monument und malerischer Naturraum weiterhin gepflegt und erst 1932 durch Fürst Wilhelm Edzard zu Inn- und Knyphausen umfangreich saniert.

Nach 1945 galt das vorrangige Engagement der Beseitigung der Kriegsschäden und dem Wiederaufbau des zerstörten Schlosses. Bis zu seinem Tod schuf Fürst Knyphausen an der Südflanke großzügige Ausgestaltungen und Erweiterungen.

Der Schlosspark heute

Heute gilt der Schlosspark Lütetsburg als einer der größten und schönsten Norddeutschlands und bietet mit seinen ca. 30 Hektar und mehreren Kilometern Wanderwegen eine Erholungsoase für Jung und Alt. Er zählt zu den wenigen auf dem Kontinent erhaltenen Beispielen des frühromantischen Gartentyps und vereint als geschichtsträchtiges Gartenmonument Kunst und Historie als einheitliche Lebensform.

Vor allem die Vielfalt von über 150 exotischen und heimischen Pflanzenarten, sowie die Weitläufigkeit der Anlage machen den Reiz des Parks aus, in dem jeder Besucher ein Plätzchen für sich finden und die Schönheit des Parks ganz individuell entdecken kann. Bis heute sind viele der historischen Gestaltungselemente erhalten geblieben und können nach wie vor im Park bewundert werden: So zum Beispiel die liebevoll mit Inschriften verzierten Bänke, die jeden Besucher zu einem Moment der Rast einladen.

Buchempfehlung

Wolfgang Kehn (Hg.): Der Schlossgarten zu Lütetsburg. Worms, 1998.
Dieses Buch ist im Parkshop erhältlich oder bestellen Sie es online hier.

Manninga-Berg und Carolinen-Denkmal
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alter Parkplan
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Schloss Wasser
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Bildnis Edzard Mauritz
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Freundschaftstempel
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Fontane Text
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Nordische Kapelle
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Schlossinsel Schwäne
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